Wordshop Fachübersetzungen

Linguistik geht durch den Magen

von | 27.05.2019

Häufig schlägt man sich in dieser Branche mit dem Klischee herum, man säße den ganzen Tag alleine (kann sein) in einem finsteren Kämmerlein (kontrovers) und übersetze Bedienungsanleitungen (Gnade…!).

Tatsächlich halte ich es für unterhalt- und ratsam, einmal die Welt durch die Augen der Linguisten zu betrachten. Der Alltag hält so viele sprachlich interessante Begegnungen bereit, über die die meisten Menschen erfahrungsgemäß wenig nachdenken.

Deshalb folgt nun auch ein Ausflug quer durch Deutschland und nicht, wie klischeebehaftet zu vermuten wäre, in den englischen Sprachraum:

Gehen ein Bayer, ein Sachse und ein Schwabe zum Bäcker:
Meint der Bayer: „Servus, einen Krapfen bitte.“
Der Sachse runzelt die Stirn: „Meint der einen Pfannkuchen?“
Der Schwabe daraufhin: „Nein, der Herr möchte einen Berliner.“
Der Bäcker ratlos: „Was auch immer Sie möchten, aber der Herr Kennedy zählt nicht zu unserer Kundschaft.“

Man kann nur hoffen, dass sie am Ende alle zufrieden mit einem gefüllten Hefekringel den Laden verlassen haben.

Sprachpedanten machen sich bis heute über den Ausspruch des amerikanischen Präsidenten, auf den der schlagfertige Bäcker anspielt, lustig. Dabei kann es sich nur um Menschen fernab von Berlin handeln, denn in der Landeshauptstadt sind Berliner und Berlinerinnen wirklich nur die ansässigen Menschen. Und vor dem Besuch beim Bäcker sollte man sich dort tatsächlich ein paar neue Vokabeln zulegen: nicht nur den Pfannkuchen, auch die Schrippen und (Klapp-)Stullen – und selbst die Brezn hat auf ihrem Exportweg in die Hauptstadt Buchstabenzuwachs bekommen und lässt sich dort „Brezel“ nennen.

Hoffentlich hat der kleine Ausflug nicht nur für Hunger, sondern auch für linguistische Entdeckerlust im Alltag gesorgt.

Für alles andere steht das Team des Wordshop mit mir als neuestem Zuwachs Ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung.

Servus!